Die Ausbildung im Gesundheitsbereich sichert die Qualität von Betreuung und Versorgung für die gesamte Bevölkerung

Interview mit Manuela Buttliger

Zum Einstieg

Manuela, bitte stelle dich kurz vor – wer bist du und was machst du bei uns?

Ich bin Manuela Buttliger Grand-Guillaume-Perrenoud und würde mich als begeisterungsfähige und zuverlässige Person bezeichnen. Ich liebe es, mich Projekten zu widmen und im Austausch mit anderen Menschen zu sein. Mein grösster Stolz sind unsere zwei wundervollen Kinder. Ich liebe es, gemeinsam mit meinem Ehemann ihre Entwicklung zu begleiten und lerne täglich Neues von ihnen.

«Ich liebe es, mich Projekten zu widmen und im Austausch mit anderen Menschen zu sein.»

Am BzG leite ich gemeinsam mit Dr. Stefan Keller die Fachstelle für Pädagogik und Mediendidaktik (PuM). Wir begleiten die Entwicklung und Innovation unserer Bildungsangebote und unterstützen dabei, zeitgemässe und wirkungsvolle Ausbildungen zu gestalten und anzubieten.

Dabei ist es mir besonders wichtig, Lernen ganzheitlich zu denken – nicht nur als Vermittlung von Wissen, sondern als Entwicklungsprozess, der Menschen stärkt und befähigt, verantwortungsvoll zu handeln. Werte wie Wertschätzung, Loyalität, Offenheit und Qualität leiten mich in meiner Arbeit. Ich glaube daran, dass gute Bildung immer auch Beziehungsarbeit ist und dass eine lernförderliche Kultur nur dort entsteht, wo Vertrauen, Austausch und Neugier Platz haben.

«Wir begleiten die Entwicklung unserer Bildungsangebote und unterstützen das BzG...»

Wie bist du zu deinem jetzigen Tätigkeitsfeld gekommen?

Mein Weg hat mich schrittweise an die heutige Stelle geführt. In meiner Jugend war ich im Leistungssport unterwegs und kam durch Verletzungsunglück immer wieder mit dem Gesundheitswesen in Kontakt – diese Erfahrung hat mein Interesse in diesem Bereich früh geweckt. Mein beruflicher Weg führte dann über die Ausbildung zur diplomierten Radiologiefachfrau HF in die Radiotherapie. Dort durfte ich einen Teil der Ausbildungstätigkeit übernehmen und entdeckte so eine zweite Passion. Das BzG hat mir die Chance gegeben, die Leidenschaft für das Gesundheitswesen und das Lehren zu kombinieren. Es hat mich bereits in jungen Jahren als Lehrerin angestellt und mir die Ausbildung zur Lehrerin ermöglicht. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatten wir am BzG mit der Distribution der Lerninhalte über Lernplattformen angefangen und unter der Leitung von Bernd Haag grosse Schritte in der Digitalisierung des Unterrichts vorgenommen. Er hat meine Affinität zum digitalen Lernen wahrgenommen und mich in diesem Bereich gefördert und gefordert. So verlagerte sich mein Fokus immer mehr in die Richtung Pädagogik und Mediendidaktik und ich durfte meine berufliche Tätigkeit immer mehr in die Fachstelle verschieben. Nach seiner Pensionierung hat die aktuelle Schulleitung mir das Vertrauen geschenkt und so bin ich heute Co-Leiterin der Fachstelle für Pädagogik und Mediendidaktik.

Deine Rolle

Wir kennen dich als wichtige Ansprechperson in der Fachstelle Pädagogik und Mediendidaktik – was bedeutet das konkret für deinen Arbeitsalltag?

Mein Arbeitsalltag ist sehr vielfältig und spannend. Ich entwickle didaktische Konzepte, arbeite in Projekten rund um die Digitalität der Schule, berate und arbeite an strategischen Themen rund um das Lehren und Lernen. Ein wichtiger Teil ist auch die Weiterentwicklung unserer digitalen Lernangebote sowie die Förderung einer lernwirksamen Unterrichtskultur.

«In der Fachstelle arbeiten wir am BzG mit allen Berufsgruppen vernetzt zusammen und sind in viele Prozesse und Strukturen involviert.»

In der Fachstelle arbeiten wir am BzG mit allen Berufsgruppen vernetzt zusammen und sind in viele Prozesse und Strukturen involviert. Ein grosser Teil unseres Arbeitsfeldes spielt sich im Hintergrund ab.

Was macht dir an deiner Arbeit besonders Freude?

Besonders geniesse ich die Zusammenarbeit mit engagierten Menschen und die Möglichkeit Prozesse aktiv mitzugestalten. Wenn ich sehe, dass neue Ansätze im Unterricht wirken und Studierende profitieren, ist das sehr erfüllend.

Pädagogik & Lernen

Was ist aus deiner Sicht das Besondere an den Ausbildungen im Gesundheitswesen?

Unsere Ausbildungen im Gesundheitswesen sind stark praxisorientiert und zugleich sehr verantwortungsvoll. Die rasanten Entwicklungen sind für alle Beteiligten spannend und herausfordernd.Studierende müssen nicht nur ihr Fachwissen erwerben, sondern auch Handlungskompetenz, Empathie und reflektiertes Verhalten entwickeln. Diese Verbindung von Theorie, Praxiseinsatz in einer Institution und Persönlichkeit ist besonders anspruchsvoll und zugleich sehr wertvoll.

Welche Fähigkeiten sollten Studierende heute unbedingt mitbringen?

Neben fachlichen Grundlagen sind Selbstreflexion, Kommunikationsfähigkeit und eine hohe Lernbereitschaft zentral. Auch der Umgang mit Komplexität und Veränderungen wird immer wichtiger – genauso wie die Fähigkeit kritisch zu denken, flexibel zu agieren und interprofessionell zusammenzuarbeiten.

Mediendidaktik

Welche Rolle spielen digitale Medien aktuell bei uns in der Ausbildung?

Digitale Medien sind ein fester Bestandteil unserer Ausbildungen. Sie unterstützen das selbstgesteuerte Lernen, ermöglichen flexible Lernformen und fördern den Zugang zu Wissen. Wichtig ist dabei, dass sie didaktisch sinnvoll eingesetzt werden und einen echten Mehrwert für den Lernprozess bieten.

«Digitale Medien sind ein fester Bestandteil unserer Ausbildungen.»

Gibt es ein Beispiel für ein Lernformat oder Tool, das du besonders spannend findest?

Spannend finde ich die bei uns umgesetzten Blended Learning-Ansätze. Präsenz- und Onlinephasen werden sinnvoll kombiniert. Somit gewähren wir unseren Studierenden eine individuelle Vor- und/oder Nachbereitung des Präsenzunterrichts und alle können sich am Präsenzunterricht beteiligen, egal mit welchem Vorwissen sie bei uns am BzG eintreten. Die Studierenden erhalten also die Möglichkeit ihre persönlichen Stärken in den Präsenzunterricht einzubringen.

«Durch den Einsatz von Virtual Reality im Unterricht ergänzen wir das Lernerlebnis am BzG um eine weitere spannende Möglichkeit.»

Natürlich muss ich bei dieser Frage auch den Einsatz von Virtual Reality am BzG hervorheben. Die Studierenden trainieren in virtuellen Simulationen beispielsweise aktiv ihre Anatomiekenntnisse oder Handlungen in Pflegesimulationen. Durch den Einsatz von Virtual Reality im Unterricht ergänzen wir das Lernerlebnis am BzG um eine weitere spannende Möglichkeit.

Persönliches

Was motiviert dich in deinem Job?

Bildung aktiv weiterzuentwickeln und Menschen in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Gerade auch die Verbindung von analogen und digitalen Einheiten ist sehr spannend. Die Ausbildung im Gesundheitsbereich ist zudem sehr sinnstiftend – es geht um die Qualität von Betreuung und Versorgung für die gesamte Bevölkerung.

«Gerade auch die Verbindung von analogen und digitalen Einheiten ist sehr spannend.»

Gibt es einen Moment oder ein Projekt, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

In Erinnerung bleiben mir Projekte, bei denen wir gemeinsam neue Wege gegangen sind und sich anfängliche Skepsis in Begeisterung verwandelt. Aber die Begegnung und Zusammenarbeit mit den vielen Menschen am und um das BzG zählen zu den besonderen Erinnerungen.

Blick nach vorne

Wohin entwickelt sich aus deiner Sicht die Lehre im Gesundheitswesen?

Die Ausbildungen werden stärker vernetzt und individueller. Themen wie Digitalität, interprofessionelles Lernen und kompetenzorientierte Ausbildung gewinnen an Bedeutung. Da sich die Gesundheitsberufe verändern, bleibt auch die Ausbildung agil. Der Mensch soll und wird aber weiterhin im Zentrum der Ausbildung stehen bleiben.

Was wünschst du dir für die Zukunft deiner Fachstelle?

Ich wünsche mir, dass wir weiterhin mutige Wege gehen, Innovationen fördern und Lehrpersonen optimal unterstützen können. Zudem ist es mir wichtig, dass wir eine lernfördernde Kultur weiter stärken, in der Austausch und Entwicklung selbstverständlich sind.

Zum Schluss

Gibt es etwas, das du unseren Leser*innen noch mitgeben möchtest?

Lernen ist ein lebenslanger Prozess – und gerade im Gesundheitsbereich unglaublich wertvoll. Offenheit, Neugier und die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln, sind zentrale Schlüssel in dieser schnelländernden Welt. Gemeinsam können wir viel bewegen und die Verantwortung für die Zukunft übernehmen.
 

Manuela, herzlichen Dank für das Interview!

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