Unser Bildungsverständnis

Wir verstehen Bildung als einen aktiven und ganzheitlichen Prozess der Entwicklung und Entfaltung. Dabei setzen wir auf eine ergebnisorientierte, menschliche und partizipative Arbeits- und Lernatmosphäre. Von unseren Studierenden fordern wir ein hohes Mass an Eigenverantwortung. Im Gegenzug bieten wir im Unterricht gezielte Unterstützungsmassnahmen zum Erwerb der fachlichen und sozialen Kompetenzen. Dies gilt für alle Bildungs- und Studiengänge.

Ausgangspunkt ist das kognitiv-konstruktivistische Lernverständnis mit der Grundhaltung, dass Lernen...

  • ein aktiver, konstruktiver und situativer Prozess ist.
  • kumulativ auf Vorwissen aufbaut.
  • als sozialer Prozess durch Interaktion und Kooperation mit anderen Lernenden gefördert wird.
  • grundsätzlich auf Freiwilligkeit, Eigenständigkeit und Eigenverantwortung beruht.

Kernaussagen

  1. Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung
  2. Vielfalt statt Einfalt
  3. Fragen statt sagen
  4. Gemeinsam statt einsam
  5. Arbeiten statt konsumieren

Kommentare zu den Kernaussagen

1. Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung

Für die Studierenden bedeutet dies:

  • Sie bestimmen, was sie lernen und wie sie lernen.
  • Sie entscheiden aufgrund von Erfahrungen, Wertungen und Gefühlen.
  • Verstehen kann nicht erzwungen werden.
  • Persönliche Betroffenheit ist ein wichtiger Lernfaktor.

Für das pädagogische Handeln heisst das:

  • Lerninhalte sind wirklichkeitsnah und nehmen unmittelbar Bezug zur Lebensrealität der Studierenden.
  • Fragen über den Sinn des Lernens sind Gegenstand des Unterrichts.
  • Lernsituationen bieten Entscheidungen.

2. Vielfalt statt Einfalt

Für die Studierenden bedeutet dies:

  • Gelernt wird nur im Anschluss an bereits vorhandenes Wissen.
  • Vorhandenes Wissen wird umstrukturiert und erweitert, bestehende Konzepte werden überarbeitet.
  • Lernwege sind individuell.

Für das pädagogische Handeln heisst das:

  • Ein variables und breites Aufgabenspektrum unterstützt individuelle Zugänge.
  • Offene Problemstellungen mit verschiedenen Ergebnismöglichkeiten schaffen Differenzierung.
  • Vielfältige Lerninhalte und eine grosse Variabilität von Lernformen erlauben das Anknüpfen an unterschiedlichem Vorwissen und die Verwendung differenzierter Lernstrategien.

3. Fragen statt sagen

Für die Studierenden bedeutet dies:

  • Konfrontationen mit Problemstellungen, Rätseln und Neuigkeiten bilden starke Reize für Denkaktivitäten.
  • Daraus folgende Deutungen, Lösungen etc. führen zu positiven Lernergebnissen.

Für das pädagogische Handeln heisst das:

  • Lernaufgaben mit Problemstellungen ermöglichen aktiv entdeckendes Lernen.

4. Gemeinsam statt einsam

Für die Studierenden bedeutet dies:

  • Soziale Interaktion ist für das Lernen entscheidend.
  • Auseinandersetzungen und das Austauschen von Vorstellungen und Erkenntnissen ermöglichen positive soziale Erfahrungen und entsprechende Lernerlebnisse.
  • Lerninhalte gegenüber anderen Studierenden zu erklären, hilft bei der Aneignung von Wissensinhalten.

Für das pädagogische Handeln heisst das:

  • Arbeiten in verschiedenen Sozialformen an sinnvollen und anspruchsvollen Arbeitsaufgaben ermöglicht sowohl soziales Lernen als auch das Aneignen von Wissensinhalten.
  • Die direkte Auseinandersetzung der Lehrperson mit den Studierenden, die das Verstehen des Denkens und Handelns der Lernenden zum Ziel hat, schafft eine positive Lernatmosphäre.

5. Arbeiten statt Konsumieren

Für die Studierenden bedeutet dies:

  • Nachdenken über das eigene Vorgehen, eigene Lernstrategien und individuelle Lernwege tragen zur Erfahrungsbiografie bei und fördern die Lernkapazität und die Optimierung des Lernverhaltens.
  • Aktives Handeln in vielfältiger Form fördert Lernen wesentlich besser als alleiniges passives Rezeptieren.

Für das pädagogische Handeln heisst das:

  • Metakognition ist selbstverständlicher Bestandteil des Unterrichtsgeschehens.
  • Unterrichtsformen mit einem Anteil an selbst organisiertem Lernen ermöglichen eine breite Varietät von Möglichkeiten, die Lerninhalte zu verarbeiten.
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